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Dem Alltag entfliehen

Robert

Ich schlendere sorglos durch die Gassen von Varanasi, kenne den Weg schon und weiß auch, zu improvisieren, falls Kuehne im Weg stehen. Ich habe heute nicht nur neue Tempel sondern auch zum ersten mal einen Kuhstall gesehen, sonst sind diese heiligen Tiere immer auf der Straße, fressen Müll und versperren die engen Gassen. Muss noch einkaufen , will mir aber sonst nur die Fusse vertreten.

Es ist so angenehm in diesen kleinen Gassen – die Soldaten, die die Moscheen bewachen kennen mich schon, die Ladenbesitzer fragen nicht mehr „want to see my shop“, sondern grussen nur noch freundlich. Die Gassen sind voll von Pilgern und wenig motorradern (alleine das birgt eine rue in sich, die wir erst zu schatzen wussten, als wir das Viertel nach 4 Nächten wieder verlassen haben). Unser Hotelmanager ist ein grosser ruhiger und gelassener Brahmane.

Diese Ruhe brauchten wir auch. Schon in Lucknow haben wir uns nicht wohl gefühlt – Lukas fing dann mit Fieber an, zwei Tage später hatte ich meine Erkältung ebenfalls. An meinem heißesten Tag haben wir dann doch den Schritt gewagt und Varanasi verlassen. Beides mit Erfolg. Ich hatte nicht gedacht, dass Fieber auch auf einer rumpeligen Nachtzugfahrt seine Wirkung entfalten kann.

Khajuraho ist so schön anders als alle anderen Orte bisher. Ruhig, trotzdem lebendig. Ich habe mich schon öfters gefragt, warum die Inder ihre Orte gern haben könnten – hier wüsste ich sogar warum. Wir bestaunen die 1100 Jahre alten Tempel und ziehen morgen nach Agra – unserem letzten großen Ziel – dem Taj Mahal.

Lukas

Unsere Reise:

Haridwar: Eine grosse, verrückte Stadt am Ganges, voller gläubiger Hindus, Tempel, rituellen Waschungen, Gebeten zu Sonnenuntergang, Feuerzeremonien.

Lucknow: Eine grosse, verrückte Stadt am Gompti-River, voller Arbeiter und Studenten, alter britischer Bauten, Paläste und Gärten, Türme und Tore, Verwaltungsgebäude und Forschungseinrichtungen.

Varanasi: Eine grosse, verrückte Stadt am Ganges voller pilgernder Hindus, Touristen und Schlepper, Tempel und Kremationsplätzen, Kühe und Ochsen, Mofas und Ritschas.

Ich konnte sie nicht mehr sehen, die ganzen grossen verrückten Städte… wollte einfach Mal eine Strasse lang laufen ohne dass ständiges Gehupe meine Nerven zerrüttelt, ohne bei jedem Schritt fast von einer Ritscha überfahren und von einem Ochsen aufgespiesst zu werden, ohne in jedem Menschen jemanden zu sehen der mich ausnehmen will… Ich wollte aufs Land!!!

Und da sind wir nun, in Khajuraho, geniessen die Ruhe, schauen uns 900 Jahre alte Tempel mit spannenden Motiven an, die sich überwiegend mit der körperlichen Ausdrucksweise von Zuneigung zwischen Mann und Frau beschäftigen, und entspannen uns. Herrlich.

Morgen fahren wir nach Agra. Eine grosse, verrückte Stadt…

August 20, 2012 - Posted by | urlaub

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